Kommunale Wärmeplanung
Einblicke in die kommunale Wärmeplanung
Die kommunale Wärmeplanung setzt sich aus drei Dimensionen zusammen:
Chancen, die sich aus der kommunalen Wärmeplanung ergeben können:
- Mehr Unabhängigkeit von Energieimporten durch kommunale Wärmeversorgung
- Schaffen von potenziellen Kostenvorteilen durch ganzheitliche Versorgung
- Beitrag zum Umweltschutz durch klimafreundliche Energie
Was ist die kommunale Wärmeplanung?
Im Juli 2025 startete die kommunale Wärmeplanung für die Verbandsgemeinde Wonnegau. Nach einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren erhielt das Unternehmen Climate Connection den Zuschlag und setzte die Planung federführend um.
Die Wärmewende ist ein zentraler Schritt, um den CO₂-Ausstoß zu reduzieren und unsere Energieversorgung zukunftssicher zu gestalten. In der VG Wonnegau möchten wir zusammen mit Ihnen die Weichen für eine klimafreundliche und nachhaltige Wärmeversorgung stellen. Unser Ziel: fossile Energieträger schrittweise durch umweltfreundliche und erneuerbare Alternativen ersetzen.
Mit der Einführung des überarbeiteten Wärmeplanungsgesetzes (WPG) und des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), die jeweils am 1. Januar 2024 in Kraft traten, stehen deutsche Gemeinden und Städte vor der Herausforderung, bis 2045 ihr Wärmesystem zu dekarbonisieren. Alle deutschen Gemeinden sind dazu verpflichtet, bis spätestens 2028 eine kommunale Wärmeplanung (kWP) zu erstellen. Die kWP dient als strategisches Instrument, das den Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und Energieversorgern Aufschluss über die zukünftige Wärmeversorgung gibt. Dazu erfolgt die Erstellung eines Wärmeplans, der die strategische Entwicklung anhand einer Roadmap inklusive Maßnahmen zum Erreichen der Klimaneutralität im Wärmesektor umfasst.
Die kommunale Wärmeplanung für die Verbandsgemeinde Wonnegau wurde in einem Zeitraum von acht Monaten, von Juli 2025 bis März 2026 fertiggestellt. An der Erstellung waren die Verbandsgemeinde, die EWR Climate Connection GmbH, Hansa Luftbild Mobile Mapping GmbH und greenventory GmbH beteiligt.
Einblicke in die kommunale Wärmeplanung
Die kommunale Wärmeplanung beschreibt die zukünftige Entwicklung der Wärmeversorgung innerhalb der Kommune. In diesem Rahmen wurde ein kommunaler Wärmeplan erstellt, der in Berichtform den Weg zur Klimaneutralität im Wärmesektor aufzeigt. Dieser zeigt einen Handlungsleitfaden für die Umstellung von fossilen auf regenerative Heizsysteme auf. Zudem wird ein strategischer Plan und Maßnahmen zur Reduzierung CO2-Emissionen im Wärmesektor abgeleitet. Dabei liegt der Fokus auf Wärmeversorgungsquellen, die einen CO2-Ausstoß vermeiden und gleichzeitig eine finanzierbare Alternative zu bisherigen Öl- oder Gasheizungen bieten.
Das Hauptziel der Wärmeplanung ist es, fossile Brennstoffe durch umweltfreundliche Alternativen wie Geothermie, Solarthermie, Biomasse oder Abwärmenutzung zu ersetzen und gleichzeitig den Energieverbrauch insgesamt zu senken. Kommunen schaffen so nicht nur die Grundlage für eine nachhaltige Wärmeversorgung, sondern leisten auch einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele und zur Steigerung der Lebensqualität vor Ort.
Phasen der kommunalen Wärmeplanung
Bestandsanalyse
Wir erfassen die bestehende Versorgungsstruktur und kartieren alle Gebäude nach ihren Typen, ihrer Baustruktur sowie ihrem Wärmeverbrauch (für Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme). Auf dieser Grundlage berechnen wir die daraus resultierenden Treibhausgasemissionen, um gezielte Maßnahmen zur Reduktion der Emissionen in unserer Verbandsgemeinde zu entwickeln.
Potenzialanalyse
In der Verbandsgemeinde Wonnegau analysieren wir gemeinsam sämtliche Potenziale zur umweltfreundlichen Wärmeerzeugung und zur Senkung des Wärmebedarfs. Dabei prüfen wir auch, wie bereits vorhandene Wärmequellen und unvermeidbare Abwärme effizient genutzt werden können, um die Wärmeversorgung in unserer Verbandsgemeinde nachhaltig zu gestalten. Potenziale finden sich unter anderem im Bereich der Stromerzeugung durch Photovoltaik und Windenergie sowie im Wärmebereich durch innovative Lösungen wie Nah- und Fernwärmenetze oder den Einsatz von Wärmepumpen.
Zielszenario
Zielbild für die Verbandsgemeinde Wonnegau
Basierend auf den Potenzialen wurden sogenannte Transformationsziele festgelegt. Diese Ziele beschreiben, wie die Wärmeversorgung im Jahr 2045 in der Verbandsgemeinde aussehen soll. In der zukünftigen Heizlandschaft werden die meisten Gebäude dezentral über ein Luftwärmepumpen und Erdwärmepumpen versorgt (ca. 81,9 %). Ca. 17,6 % der Gebäude werden dezentral mit Biomasse beheizt und 0,3 % der Gebäude werden zentral über einen Nah-/Fernwärmeanschluss versorgt. Zusätzlich wurde eine Sanierungsquote von 1,6 % festgelegt, um Häuser mit einer geringen Energieeffizienzklasse auf den Stand der Energieeffizienzklassen A-D zu bringen.
Maßnahmen
Es wurden folgende Maßnahmen zur Umsetzung des Wärmeplans identifiziert, die in den kommenden fünf Jahren, also bis zur Fortschreibung der Wärmeplanung, besonders priorisiert werden.
Im Bereich der Wärmenetz-Maßnahmen sollen der Aufbau neuer Mikrowärmenetze an geeigneten Standorten innerhalb der Verbandsgemeinde geprüft werden. Ziel ist es, lokale Wärmebedarfe gebündelt und effizient zu erschließen und dabei erneuerbare, möglichst gebäudenahe Wärmequellen zu integrieren. Vorgesehen sind Prüfungen für folgende Netzoptionen:
- Mikrowärmenetz Rund um die IGS in Osthofen
- Mikrowärmenetz Rund um die Schloßgasse in Gundheim
- Mikrowärmenetz Rund um die Otto-Hahn-Schule in Westhofen
- Mikrowärmenetz Von-Dalberg-Grundschule in Dittelsheim-Heßloch
Ergänzend zu diesen standortbezogenen Netzprüfungen werden gemeindeweit wirkende Schritte betrachtet, um die Wärmewende zu unterstützen: die Sanierung von Gebäudehüllen zur Senkung des Wärmebedarfs, der Umstieg auf alternative Energiegewinnung und der Austausch bestehender Heizsysteme sowie eine aktive Bürgerbeteiligung zur Stärkung von Akzeptanz und Mitgestaltung.
Wer finanziert die kommunale Wärmeplanung?
Ein vom Bund gefördertes Projekt
Die knapp 150.000 € kostende Maßnahme wird zu 90 % gefördert. Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Sie haben Fragen zur Kommunalen Wärmeplanung?
- Allgemeine Fragen zu Datenerhebung und Datenschutz (PDF, 213 kB)
- Allgemeine Fragen zur kommunalen Wärmeplanung seitens Verwaltungsplanner:innen (PDF, 207 kB)
- Allgemeine Fragen zur kommunalen Wärmeplanung von Bürgern (PDF, 279 kB)